Sanny - schmerzfrei und fast fit nach Hüft-OP

05.09.19

Ein zweites Leben für Sanny. Nach dem Tod ihres Besitzers kam Sanny, eine kuschelbärige Neufundländerin, mit großen Schmerzen zu uns

Sanny hatte offensichtlich starke Schmerzen und konnte nicht gehen. Nach einem Ultraschall stand fest, dass sie schon sehr lange gelitten haben muss, denn die Knochen ihrer linke Hüfte waren extrem porös und der bereits deformierte Oberschenkenknochen fand keinen Halt mehr in der Hüftwanne.

Sanny bekam von unserem Tierarzt sofort Schmerzmittel und bot auch aufgrund der Trauer über den Verlust des Herrchens ein derart herzzerreißendes Bild, dass die erste Einschätzung lautete – dieser Hündin geht es wohl besser, wenn wir sie schweren Herzens einschläfern.

Doch erst einmal musste gewartet, denn ein Tier aus einem Vermächtnis „gehört“ uns erst, wenn sich erstens kein Erbe meldet und zweitens der zuständige Notar uns das Tier übereignet. Das dauert in der Regel. Also bekam Sanny weiterhin Schmerzmittel. Schließlich verloren wir die Geduld und entschieden uns zu handeln.

Wir brachten es nicht übers Herz diese sanfte Kuschelbärin einzuschläfern. Da musste es doch eine Lösung geben.

Die Freigabe für das Einschläfern wurde uns zum Wohle des Tieres erteilt, doch wir brachten es nicht übers Herz. Diese Hündin hat einfach so ein liebes Wesen und wie wir herausfanden, ist sie erst fünf Jahre alt. Bei genauem Betrachten des Röntgenbildes war klar, dass auch wirklich nur eine Hüfte betroffen war, die andere schien in Ordnung. Wir konnten nicht anders als mit vollem Risiko, sowohl was die Kosten als auch den Ausgang betraf, zu handeln. Wir organisierten in einer Wiener Tierklinik einen Termin, unsere Tierrettung fuhr mit Sanny hinaus und sie wurde vermessen. Ein paar Wochen später war das fertige Hüftgelenk bereit, eingesetzt zu werden. Wieder nahmen Tierpfleger den Weg mit Sanny zur OP auf sich, auch wissend, dass in dieser Zeit hier nun einige Hunde weniger Aufmerksamkeit bekommen würden und andere Tierpfleger die Reinigungsarbeiten übernehmen mussten. Aber niemandem war der Aufwand zu hoch! Allen ging es darum, Sanny neue Lebensqualität zu ermöglichen, alle halfen mit! Die ersten Wochen nach der OP musste Sanny einen Trichter tragen und das mit ihrem bärigen Fell und in der ärgsten Sommerhitze. Unsere Tierpflege-Leiterin besorgte einen Tragegurt, um ihren Hinterlauf zu entlasten und so konnten zwei Pfleger gemeinsam mit Sanny spazieren gehen. Den Tragegurt hat sie noch immer, es ist inzwischen aber auch alleine machbar, ihr damit Halt zu geben. 

So sehr wir alle zusammenhelfen...
Leider fehlen uns die Kapazitäten mit Sanny noch mehr zu üben und ihre Muskeln zu trainieren.
Sie wäre so motiviert!

Sie übt brav gehen und macht wunderbare Fortschritte. Bald hat sie alle Kontrollen hinter sich. Inzwischen erfolgte die Übereignung durch den Notar und wir dürfen nun für Sanny ein neues Zuhause suchen, in dem sie ihr zweites gewonnenes Leben nach vermutlich sehr langer Leidenszeit und Schmerzen nun gesund und endlich fit im Schritt in vollen Zügen genießen kann. Ihren letzten Kontrollbesuch könnte sie bereits mit ihrem neuen Besitzer genießen oder sie fährt ein letztes Mal mit unserer Tierrettung mit und lässt sich von Tierpflegern UND eventuell ihrem neuen Herrchen oder Frauchen begleiten. Wir freuen uns, dass unsere liebenswerte Sanny eine zweite Chance bekommt und hoffen, dass sie schnell ein neues Heim findet. Ob bei der letzten Kontrolle auch eine Physiotherapie empfohlen wird, wird sich weisen. Wir sind uns sicher, dass Sanny nur ein bisschen Training benötigt, bis sie sich an ihre neue Hüfte gewöhnt hat und sich traut, ihr Bein wieder 100% zu belasten, da sie einfach so lange Schmerzen gehabt haben muss.

Vom Wesen her ist Sanny einfach nur unglaublich lieb und dankbar - sie wird uns fehlen, aber umso mehr freuen wir uns, wenn unsere Kuschelbärin endlich ein liebevolles Zuhause mit viel Zuwendung hat.