Praxistipps für die Stärkung der Bindung zu Ihrem Hund!

Haben Sie das schon mal gehört: „Sie müssen an ihrer Bindung arbeiten!“ oder „Sie haben keine Führungsqualitäten!“?

Mit diesen Aussagen werden Hundehalter, die Probleme mit ihrem Hund haben, oft konfrontiert und dann stehen gelassen. Als Erklärung für Verhaltensprobleme wird die fehlende Bindung oder Beziehung zum Hund angeführt und auf ein „Durchsetzen“ und „die Führung übernehmen“ des Menschen plädiert.

Das Resultat daraus sind unsichere Hundebesitzer und strafbasierter Umgang mit dem Hund, um den „Führungsanspruch des Menschen“ durchzusetzen. Die Bindung und damit die Beziehung zueinander leiden darunter.

Lassen Sie sich  von solchen Aussagen nicht verunsichern.

Mit diesen Praxistipps könnt ihr eure Bindung wirklich stärken

 Bedürfnisse wahrnehmen und ermöglichen

  • Den Hund Hund sein lassen – schnüffeln, laufen, jagen (im spielerischen Sinne), wälzen, die Umwelt erkunden lassen, ein gutes Mittelmaß von geistiger und körperlicher Auslastung,…
  • Jeder Hund ist auch ein Individuum und mag unterschiedliche Dinge gerne – was sind die Hobbies deines Hundes? Welche davon kannst du ihm guten Gewissens ausleben lassen? Wenn er gerne buddelt, kannst du ihm eine bestimmte Buddelstelle im Garten richten und ihn animieren dort zu graben.
  • Entspannung und Ruhe: Gemeinsames Kuscheln und Ausruhen mit Körperkontakt setzt bei euch beiden das Bindungshormon Oxytocin frei!

Vertrauenskonto

Zahle viel und regelmäßig in das Vertrauenskonto ein:

  • Zwinge deinen Hund zu nichts! Lasse ihn unheimliche Situationen in seinem eigenen Tempo erfahren. Ein Zwang gilt als Abbuchung vom Vertrauenskonto und sollte nur in absoluten Notfällen erfolgen. Vorausgesetzt du hast schon genug schöne Erfahrungen auf das Konto eingezahlt.
  • Setze auf belohnungsbasiertes Training
  • Weiche mit deinem Hund aus, wenn du merkst, dass er in einer Situation überfordert ist. Gib ihm die Zeit und das Training mit diesen Situationen umzugehen.
  • Halte ihn für Körperpflegemaßnahmen nicht einfach fest, sondern übe und trainiere diese Handlungen. Dein Hund kann lernen freiwillig zu kooperieren!
  • Reagiere auf seine körpersprachlichen Signale! Diese dienen dir als Information, an welchen Situationen ihr noch üben könnt.
  • Spende Trost! Dein Hund hat Angst wenn es draußen knallt? Wenn er zu dir kommt und bei dir Schutz sucht, dann gib ihm diesen Schutz! Seine Angst kann dadurch nicht schlimmer werden, du linderst sie damit. Angst wird durch Zuwendung nicht verstärkt. Social Support in der Natur gang und gebe und gibt Sicherheit.

Training

  • Lernen deinem Hund wie er sich in welchen Situationen verhalten soll. Frage dich immer: Was soll mein Hund in diesem Moment machen? Ein Beispiel: Dein Hund bettelt am Tisch. Du möchtest, dass er während des Essens in seinem Körbchen liegt. Dann gib ihm in dieser Zeit dort etwas zu Knabbern oder belohne in regelmäßig solange er auf seinem Platz ist.
  • Lernen soll keine Angst machen! Dein Hund soll auf deine Signale reagieren weil er weiß dass es sich lohnt und nicht weil er Angst vor den Konsequenzen hat. Setze daher auf belohnungsbasiertes Training.
  • Gemeinsame Aktivitäten die beiden Spaß machen sorgen für gute Laune und positive Emotionen.

Gib ihm die Wahl

Lass deinen Hund doch einmal die Entscheidungen treffen!

  • Honoriere eigene tolle Entscheidungen deines Hundes. Belohne Eigeninitiativen die dir gefallen.
  • Lasse ihn am Spaziergang den Weg selbst wählen.
  • Lege alle seine Spielzeuge aus und schaue für welches er sich heute entscheidet.
  • Sei kreativ! Wo könntest du deinem Hund noch eine Entscheidung treffen lassen?

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Eure Heidrun

respekTIERt Hundeschule

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