Die zehn großen Kastrationsmythen

Katzen gehören zu den vermehrungsfreudigsten Tieren. Schiebt man der unkontrollierten Vermehrung keinen Riegel vor, verliert man den Nachwuchs schnell aus den Augen.

Die Kleinen werden geboren, ohne dass das jemand mitbekommt und sind vom ersten Tag an den Launen der Natur ausgesetzt. Dazu gehören auch Schädlinge und Krankheiten, um die sich niemand kümmern kann, solange der wilde Nachwuchs unbemerkt bleibt.

Leider halten sich dennoch hartnäckig einige Märchen über die Kastration von Katzen. Das TiKo klärt Sie über die häufigsten Mythen auf:

  1. MYTHOS: Meine Katze bleibt in der Wohnung, also brauche ich sie nicht zu kastrieren.
    WAHRHEIT: Die Katze wird auch in der Wohnung rollig mit allen unangenehmen Begleiterscheinungen.
  2. MYTHOS: Einem gesunden Tier ohne triftigen Grund gesunde Organe zu entnehmen, ist Tierquälerei und verstößt gegen das Tierschutzgesetz.
    WAHRHEIT: Im Tierschutzgesetz steht: „Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres. Das Verbot gilt nicht, wenn (…) zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung oder (…) zur weiteren Nutzung oder Haltung des Tieres eine Unfruchtbarmachung vorgenommen wird.“
  3. MYTHOS: Kastrierte Katzen fangen keine Mäuse mehr.
    WAHRHEIT: Kastrierte Katzen haben weniger Stress, sind gesünder und fangen tatsächlich mehr Mäuse.
  4. MYTHOS: Katzen werden sterilisiert, Kater kastriert.
    WAHRHEIT: Diese Aussage hält sich hartnäckig. Grundsätzlich bezeichnet die Sterilisation das Durchtrennen oder Abbinden, die Kastration die Entfernung der Keimdrüsen. Das Unterbinden ist zwar möglich, aber nicht empfehlenswert, da der erwünschte Effekt (keine Rolligkeit mehr) nicht erreicht wird und nachfolgende Entzündungen sehr häufig sind.
  5. MYTHOS: Katzen sollen zumindest einmal Junge gehabt haben.
    WAHRHEIT: Einmal Junge bekommen zu haben, hat medizinisch gesehen keinen Vorteil. Im Gegenteil: Eine Katze kann sich bereits beim Deckakt infizieren, kranke Kitten gebären und möglicherweise bei der Geburt sterben.
  6. MYTHOS: Man nimmt den Katzen den Spaß. Denn Katzen müssen ihre Sexualität ausleben dürfen.
    WAHRHEIT: Die Paarung bei Katzen dient dem Artenerhalt. Es ist fraglich, ob der Kätzin der für sie schmerzhafte Akt oder eine vor allem stressige Rolligkeit Spaß machen! Auch für den Kater kann der „Spaß“ schwerwiegende Folgen haben, von Wunden nach Katerkämpfen bis hin zu tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten.
  7. MYTHOS: Kastrierte Katzen werden übergewichtig.
    WAHRHEIT: Die Figur einer Katze hat mit der Fütterung zu tun. Wilde Katzen haben schlicht keine Gelegenheit, sich fett zu fressen. Solange Sie Ihrer kastrierten Katze ebenfalls keine Möglichkeit dazu geben, wird sie gesund und schlank bleiben. Die Umstellung auf Kastraten-Futter ist empfehlenswert.
  8. MYTHOS: Kastrierte Kater wachsen nicht mehr und bekommen keinen Katerkopf.
    WAHRHEIT: Bleibt ein Kater zierlich, spielen auch oft Veranlagung oder zum Teil eine „schlechte Kinderstube“ eine Rolle.
  9. MYTHOS: Die Kastration ist gefährlich.
    WAHRHEIT: Der Eingriff gehört zu den absoluten Routineoperationen, und es treten sehr selten Komplikationen oder Probleme auf.
  10. MYTHOS: Frühkastrationen sind schädlich.
    WAHRHEIT: Die Frühkastration, also die Kastration von Kitten (ab der 16. Woche) ist erwiesenermaßen nicht schädlich und für Wildkatzen eine Möglichkeit, um unkontrollierte Vermehrung einzudämmen. Bei Hauskatzen gilt die Empfehlung: Kastration ab einem Alter von sechs Monaten und vor dem Erreichen der Geschlechtsreife.

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