Kittenzeit - zuckersüß, aber?!

Es ist wieder soweit. Auf sozialen Medien, in Onlineportalen, in Nachrichten aus dem Bekannten- und Familienkreis oder auf schwarzen Brettern ist wieder überall eines zu lesen – „entzückende Katzenbabys zu vergeben“.

Süße Bilder vom Katzennachwuchs verlocken und vermitteln ein schönes Gefühl. Doch der Schein trügt, denn in der Kittenzeit gibt es große Qualen und Leid. Allein in Österreich kommen jährlich unzählige Kitten zur Welt. Die meisten davon unbemerkt, als Nachkommen von Streunern, Freigängern oder einer Verpaarung von beiden. Ein einziges Katzenpaar kann im Jahr bis zu 12 Nachkommen haben. Da Katzen mit vier bis fünf Monaten bereits geschlechtsreif sind, vervielfacht sich diese Zahl extrem schnell. Nach fünf Jahren können einem einzigen Katzenpaar bereits 12 680 Katzen nachkommen!

Warum die Kittenzeit problematisch ist

Auch wenn sie zuckersüß anzusehen sind, sie sind meist von enormen Leid geplagt. Auch bei uns in Österreich kommt es nicht selten vor, dass Kitten verloren auf Straßenrändern, in Boxen abgestellt und zurückgelassen oder krank und unterernährt aufgefunden werden. Jedes Jahr aufs Neue werden auch unsere Tierpfleger von offenbar unerwünschten neugeborenen Katzenbabys in Kisten vor unseren Türen überrascht. Natürlich nehmen wir sie auf, pflegen, versorgen und vermitteln sie in neue Familien. Doch dies ist keine Lösung und weder ein zivilisierter, noch respektvoller Umgang mit Lebewesen. Ebenso wie die vor allem in ländlichen Gegenden immer noch gängige Praxis, ungewollten Katzennachwuchs zu töten. Unvorstellbar, dass es vorgezogen wird, immer und immer wieder zu töten, anstatt geschlechtsreife Tiere einmal kastrieren zu lassen.

Wer seine Katze nicht kastrieren lässt, macht sich in den meisten Fällen strafbar. Denn laut Tierschutzgesetz sind alle Katzen mit Zugang ins Freie, egal in welchem Umfeld, auch auf einem Bauernhof, von einem Tierarzt zu kastrieren. Dafür muss der Halter Sorge tragen. Ausgenommen sind nur jene Katzen, die für eine kontrollierte Zucht zugelassen sind. Diese müssen durch einen Mikrochip gekennzeichnet und registriert sein.

Handel mit Kitten

Das Anbieten zum Kauf oder die kostenlose Abgabe von Kitten in der Öffentlichkeit ist laut Tierschutzgesetz nur für registrierte Züchter, Tierschutzvereine, Tierheime oder Pflegestellen erlaubt. Wer Kitten als Privatperson öffentlich vermittelt, macht sich also strafbar. Sei es über eine Anzeige am schwarzen Brett oder im Internet (siehe §8a TSchG).

Wer trotz Kastrationspflicht Katzennachwuchs hat, den bitten wir sich mit uns in Kontakt zu setzen.
Gemeinsam finden wir eine Lösung!
Kitten hilflos auszusetzen, darf nie ein Ausweg sein.

Wer auf der Suche nach einem Kätzchen ist, dem empfehlen wir die Kontaktaufnahme von Pflegestellen, Tierschutzvereinen und Tierheimen. Es gibt zahlreiche engagierte Vereine, die sich liebevoll um ausgesetzte und verwaiste Kitten kümmern und auf der Suche nach Adoptanten sind.

Bei jeder anderen Art von Vermittlung ist Vorsicht geboten. Um illegalen Tierhandel zu umgehen, sollte immer darauf geachtet werden, ab welchem Alter die Kitten abgegeben werden und ob sich der Verkäufer / Anbieter für die zukünftigen Lebensumstände im neuen Zuhause interessiert.

Ab wann kann ein Kätzchen alleine leben?

Laut Tierschutzgesetz dürfen Kitten erst ab einem Alter von 8 Wochen vom Muttertier getrennt werden. In der freien Natur werden die jungen Katzen erst ab Eintreten der Geschlechtsreife von der Mutter unabhängig, also noch eine beträchtliche Zeit später. Die Bindung zur Mutter und das Säugen der Kitten ist wesentlich für das Wachstum und die Entwicklung der Kätzchen und darf nicht frühzeitig beendet werden. Jede Vermittlung unter einem Alter von 8 Wochen ist also nicht nur strafbar, sondern auch nicht artgerecht und schadet den Kätzchen.

Ein süßes Kitten wird durchschnittlich
16 Jahre alt!

Wer einem kleinen Kätzchen ein schönes, neues Zuhause bieten möchte, muss sich bewusst sein, dass man damit eine jahrelange Verantwortung übernimmt, die im Durchschnitt 16 und teilweise sogar bis zu 20 Jahre dauern kann. Ob Katze, Hund oder Nager, ein Tier ist ein fühlendes Lebewesen und braucht über viele Jahre liebevolle Betreuung, viel Zeit und kostet Geld. Wer sich ein Haustier wünscht, sollte sich das also vorher gemeinsam mit der ganzen Familie wohl überlegen.

Was es zu beachten gibt, wenn man sich dazu entschlossen hat, ein Kätzchen zu adoptieren, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.

Alle Informationen zu den Bestimmungen im Tierschutzgesetz gibt es hier.

Möchten Sie noch mehr für die Tiere im TiKo tun?