Oink, Grunz & Quiek - Schweine besser verstehen

Schweine gelten häufig als dreckig & dumm. Gleichzeitig sind sie ein Symbol für Glück und als Hauptfigur in Kinderserien aktuell beliebter denn je. Doch ganz im Gegensatz zu ihrem Ruf sind Schweine hochintelligent und reinlicher als viele andere Tiere.

Schwein © TiKoArtgerechte Umgebung für Schweine © TiKoDer Rüssel als Wunderwerkzeug © Pixabay

Unser Bild von vielen Tieren ist in hohem Maße von unserer Sprache beeinflusst. Besonders bei Schweinen werden dabei leider völlig falsche, vor allem negative Eigenschaften vermittelt, die Schweinen ganz und gar nicht gerecht werden.

Du Schwein - Kompliment statt Schimpfwort!

Das Wort "Schwein" wird im Deutschen gerne als Schimpfwort oder Metapher verwendet. Das Problem dabei ist, dass Redewendungen wie „Männer sind Schweine“, "Du Schwein", "Dummes Schwein" oder "Das ist ein Saustall" suggerieren, dass Schweine unrein und dumm sind. Beides trifft in der Realität aber nicht zu. 

Dreckiges Schwein? Von Wegen!

Haben Schweine ausreichend Platz zur Verfügung, halten sie ihren Lebensraum penibel sauber. Sie brauchen viel Platz, um ihre Schlafecke, den Futterplatz und eine Stelle um das Geschäft zu verrichten, strikt voneinander zu trennen. Außerdem ist ihnen Körperpflege ganz im Gegensatz zu ihrem Ruf sehr wichtig. Mehrmals täglich baden sie oder wälzen sich in Schlammlöchern. Für den Menschen ist das auf den ersten Blick völlig unverständlich, doch dieses Verhalten ist unheimlich klug! Denn der Schlamm, der auf der borstigen Haut kleben bleibt, wehrt herumschwirrende Insekten ab, kühlt an heißen Sommertagen und schützt die sensible Schweinehaut vor einem Sonnenbrand.

Schwein gehabt!

Gleichzeitig gibt es auch positive Redewendungen, die wir mit Schweinen verbinden. So gelten Schweine durch Sprichwörter wie „Schwein gehabt“ oder Gegenstände wie das „Sparschwein“ oder „Glücksschwein“ in unseren Breiten als Symbol für Glück und Geld. 

Hochsoziale und intelligente Tiere

Leider folgt ihnen auch das Image der Blödheit unendlich nach. Dabei zählen Schweine zu den intelligentesten Tieren der Welt! Zum Beispiel können sich Schweine wie auch Delfine und Schimpansen in einem Spiegel wieder erkennen. Doch nicht nur ihr Gesicht, sondern auch das der Menschen können sich die intelligenten Borstentiere merken. Außerdem können sie wie Hunde Kommandos und Namen erlernen und darauf trainiert werden. 

Oink, Grunz & Quiek

Ebenfalls von ihrer Intelligenz zeugt, dass Schweine ihre eigene Sprache haben. Insgesamt sind bisher 20 "Oinks" mit unterschiedlicher Bedeutung erforscht worden. Auf bestimmte Art und Weise kommunizieren auch Mütter mit ihren Ferkeln, wenn sie ihnen beim Säugen etwas vorsingen.

Der Rüssel – des Schweins‘ Wunderwerkzeug

Der Rüssel eines Schweins ist ein wahrer Alleskönner. Schweine brauchen ihn nicht nur zum Atmen, sondern auch zum Schwitzen, Riechen und Erkundigen. Um einer Fährte zu folgen, graben sie ihren kräftigen Rüssel tief in die Erde und folgen ihrem stark ausgeprägtem Geruchssinn. Der Rüssel spielt außerdem eine wichtige Rolle in ihrem Leben in der Gruppe. Er dient zum Liebkosen von Mutter und Ferkel, aber auch zum Verständigen. Wie liebenswert Schweine wirklich sind beweisen sie spätestens dann, wenn sie eng zusammengekuschelt Rüssel an Rüssel schlafen und grenzvergnügt vor sich hin träumen und schnarchen! 

So leben Schweine in Österreich

Die rund 2,7 Mio. Schweine, die in Österreich im Durchschnitt leben, verbringen ihr Leben größtenteils ohne Stroh und frischer Luft auf engstem Raum. In konventionellen Schweinebetrieben haben sie 1m x 55cm Platz zum Leben. Es braucht nicht viel Vorstellungskraft, um sich auszumalen dass die meisten Schweine ihr natürliches Verhalten und ihre Instinkte in solche einem Umfeld nicht ausleben können. Liegebereiche mit Stroh, Auslauf ins Freie und Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es in Österreich derzeit nur in Bio-Betrieben.

In konventionellen Betrieben hat ein Schwein meist nur 1m x 55cm

Platz zum Leben!

Ein Schritt in die richtige Richtung wäre vor allem ein Verbot von Vollspaltenböden in allen (auch nicht Bio) Betrieben und eine Umstellung auf Strohböden, wie es bereits in Schweden, Dänemark, Niederlande und der Schweiz der Fall ist! 

Quellen:
https://www.nutztier.at/daten/
 
Das Schwein weiß um sein Ich – Claudia Füßler (Die Zeit online)
https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-05/unterschaetztes-tier-schwein?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.at%2F

https://greenpeace.at/assets/uploads/publications/presse/Greenpeace_Factsheet_Schweinehaltung_November_2018.pdf
https://www.mdr.de/wissen/umwelt/schweine-erkennen-gesichter-100.html

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