Sachbeschädigung

Wird Sachbeschädigung begangen, wenn ein Tier verletzt wird?

Ja

Wenn jemand ein Tier verletzt oder tötet, der nicht der eigene Halter ist, wird es als Sachbeschädigung eingestuft. Allerdings kommt hier nicht nur die Sachbeschädigung zur Geltung, denn Tiere sind vor allem durch das Tierschutzgesetz abgesichert. Nach §38 TschG ist jemand, der einem Tier Schmerzen zufügt oder es tötet, mit einer Geldstrafe oder in schweren Fällen mit einer Freiheitsstrafe zu bestrafen.

Wird also ein Tier durch eine fremde Person oder ein anderes Tier verletzt oder getötet, greifen somit gleich zwei Gesetze. Sowohl das StGB als auch das TschG.

Das Strafgesetzbuch schützt das Tier als Eigentum und das Tierschutzgesetz schützt das Tier als Lebewesen.

Zur Anwendung kommt letztendlich meist der Strafrahmen des schärferen Gesetzes.

 

Nein

wenn ein Tier durch seinen Halter verletzt wird, wird es nicht als Sachbeschädigung eingestuft. Da sich §125 StGB auf die Beschädigung fremden Eigentums bezieht, kommt es in diesem Fall nicht zur Geltung. In Solch einem Fall schützt somit ausschließlich das TschG.

 

Wie ist Sachbeschädigung bei einem Tier möglich?

Tiere gelten rechtlich gesehen in Österreich seit 1988 nicht mehr als Sachen. Tiere sind Lebewesen und werden deshalb durch besondere Gesetze geschützt (mehr Informationen dazu hier). Trotzdem gibt es immer noch viele Rechtsgebiete, in denen Tiere wie Sachen behandelt werden - so auch in Strafsachen. Im Strafgesetzbuch gelten im Wesentlichen die auf Sachen anwendbaren Bestimmungen auch für Tiere. Im Falle der Sachbeschädigung gelten sie als Eigentum des Halters, das durch fremde Hand beschädigt wird.

Bestimmungen des Strafgesetzbuches (StGB):

  • 125 StGB Sachbeschädigung

Wer eine fremde Sache zerstört, beschädigt, verunstaltet oder unbrauchbar macht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.

 

  • 222 StGB Tierquälerei

(1) Wer ein Tier

1.roh misshandelt oder ihm unnötige Qualen zufügt,

2.aussetzt, obwohl es in der Freiheit zu leben unfähig ist, oder

3.mit dem Vorsatz, dass ein Tier Qualen erleide, auf ein anderes Tier hetzt,

ist mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahre zu bestrafen.

(2) Ebenso ist zu bestrafen, wer, wenn auch nur fahrlässig, im Zusammenhang mit der Beförderung mehrerer Tiere diese dadurch, dass er Fütterung oder Tränke unterlässt, oder auf andere Weise längere Zeit hindurch einem qualvollen Zustand aussetzt.

(3) Ebenso ist zu bestrafen, wer ein Wirbeltier mutwillig tötet.

 

Bestimmungen des Tierschutzgesetzes (TschG):

  • 38 TschG Strafbestimmungen Tierquälerei

(1) Wer 1. einem Tier entgegen § 5 Schmerzen, Leiden, Schäden oder schwere Angst zufügt oder

  1. ein Tier entgegen § 6 tötet oder
  2. an einem Tier entgegen § 7 Eingriffe vornimmt oder
  3. gegen § 8 verstößt, begeht eine Verwaltungsübertretung und ist von der Behörde mit einer Geldstrafe bis zu 7 500 Euro, im Wiederholungsfall bis zu 15 000 Euro zu bestrafen.

(2) In schweren Fällen der Tierquälerei ist eine Strafe von mindestens 2 000 Euro zu verhängen.

Quellen:
https://www.tierimrecht.org/de/recht/lexikon-tierschutzrecht/Sachbeschdigung/
www.ris.bka.gv.at

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